Gegen die körperlich robusten Osteuropäer fanden die Schweizer von Beginn an genau das richtige Rezept. Mit einer wirbligen Spielweise und genauen, schnell vorgetragenen Angriffen rissen sie den rumänischen Abwehrverbund wiederholt auseinander. Weil auch die Defensive mit dem guten Pascal Stauber im Tor funktionierte, erspielte sich die SHV-Auswahl bis zur 14. Minute bereits einen Vier-Tore-Vorsprung (11:7). Die Rumänen erholten sich zwar von diesem frühen Rückschlag und kamen noch einmal heran (10:11), brachten die Schweizer aber in Folge nie mehr in Gefahr. Im Gegenteil: Das Heimteam konnte nach der Pause noch einmal zusetzen, während der WM-Teilneher zu keiner Reaktion fähig war und in der Schlussphase gar völlig einbrach. Die Schweizer begeisterten das Publikum mit einem Kantersieg, der gegen Rumänien keinesfalls zu erwarten war.
Die Equipe von Trainer Goran Perkovac überzeugte als starkes Kollektiv mit wechselnden Hauptdarstellern. In der Startphase war es Marko Vukelic (6 Tore), der seinen Gegenspieler gleich mehrmals stehen liess und praktisch im Alleingang für die Schweizer Führung verantwortlich war. Mit fortlaufender Spieldauer kam Andy Schmid, der mit elf Treffern bester Torschütze war, immer besser in die Partie. Und weil auch Manuel Liniger (6) seine Chancen souverän verwertete, fanden die Rumänen nie ein wirksames Mittel gegen die unberechenbaren Schweizer Angriffe.
Goran Perkovac nützte die Gelegenheit und gewährte seinem gesamten Kader viel Spielzeit. Seine Akteure dankten es ihm mit durchwegs starken Leistungen. Auch als jeweils die zweite Garnitur auf dem Feld stand, war kein wirklicher Leistungsabfall zu beobachten. Auch der neu zusammengesetzte Innenblock mit David Graubner, Michal Svajlen oder Philipp Buri gewann mit fortlaufender Dauer immer mehr Sicherheit. Insgesamt trugen sich gleich elf Spieler in die Torschützenliste ein, darunter auch Thomas Stalder, der in der Eulachhalle zu seinem Länderspiel-Début kam.
Der Nationaltrainer durfte mit dem Auftritt seines Teams durchwegs zufrieden sein. "Ein Sieg mit neun Toren Differenz ist immer speziell, egal gegen welchen Gegner. Dass es mit Rumänien nun gleich ein WM-Teilnehmer war, ist natürlich aussergewöhnlich. Ich muss meinem Team wirklich ein grosses Kompliment machen", sagte Goran Perkovac. Mit dem Erfolg tankten die Schweizer im Hinblick auf das Schlagerspiel gegen Norwegen (Samstag, 20.15 Uhr) viel Selbstvertrauen. "Aus solchen Spielen können wir unheimlich viel profitieren", sagte der Nationaltrainer. "Es macht natürlich auf diese Weise viel mehr Freude, als wenn wir aus Niederlagen lernen müssen."
Rumänien – Schweiz 26:35 (15:18) Eulachhalle, Winterhur – 1050 Zuschauer – Sr. Al-Marzouqi/Al-Nuaimi (UAE). Torfolge: 1:1, 1:4, 3:4, 3:5, 4:6, 5:8, 7:9, 7:11 (14.), 10:11 (17.), 10:13, 12:15, 14:15, 14:17, 15:18; 16:18, 16:19, 18:19, 19:20, 19:23, 21:24 (42.), 22:27, 22:30 (51.), 23:31, 24:33, 25:34, 26:35. Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Rumänien, 2mal 2 Minuten gegen die Schweiz. Rumänien: Popescu/Ciobanu; J. Stamate (3), Simicu (1), Toma (2), Ghionea (1), Georgescu (1), Jurca (3), Florea (6/3), Novanc, Sabou, A. Stamate (4), Csepreghi (3), Muresan (2), Fenici, Savenco. Schweiz: Stauber/Quadrelli (ab 31. und für 2 Penalties); Schmid (11/4), Goepfert (1), Liniger (6), Graubner (2), Scheuner (2), Milosevic (1), Vukelic (6), Svajlen, Parolo (3), Ruben Schelbert, Bächtold (1), Stalder (1), Buri (1). Bemerkungen: Schweiz ohne Fellmann, Ursic, Kurth (alle verletzt), Mark Schelbert, Merz (überzählig) und Pendic (nicht eingesetzt). Quadrelli hält Penalty von Ghionea (3./1:1). Ciobanu hält Penalty von Liniger (25./13:15). Länderspiel-Début von Thomas Stalder. |